Labskaus aus der Hotel Amaris Küche

Das wohl bekannteste Bremerhavener Tellergericht ist zugleich ein typisches Norddeutsches: das Labskaus! Das Gericht ist ebenso alt wie die Debatte darüber, ob es köstlich ist oder nicht. Für viele Bremerhavener ist das Labskaus seit Kindheitstagen ein stetiger Begleiter am Mittagstisch, so auch für mich. Ich bin eine wahre Verfechterin des Kartoffelgerichts mit Rindfleisch! Denn trotz unansehnlichem Daherkommens kann ich sagen, es schmeckt nach würzigem Kartoffelpüree und ist fabelhaft! Auch wenn es da in der Zubereitung regionale Unterschiede gibt. 

Das Geheimnis Labskaus

Der Antrieb mich mit dem Thema Labskaus zu beschäftigen entstand nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil sich unsere Gäste im Hotel uneins sind, ob sie uns glauben sollen, wenn wir von unserem Labskaus schwärmen. Unsere Karin aus dem Servicebereich ist bei diesem Thema unermüdlich und preist unseren Gästen stets liebevoll das Rezept ihrer Uroma an. Ich habe mich daher gefragt, welche Geheimnisse hinter Labskaus mit roter Beete steckt? Gehört ein Spiegelei oder doch der Rollmops als Beilage dazu? Wie wird das Püree hergestellt? Antworten darauf findet Ihr hier in unsere Küche im Hotel Amaris.

Woher kommt Labskaus?

Streng genommen ist es kein Original Bremerhavener Gericht, sondern ein in vielen nordischen Ländern – besonders in Skandinavien, Norddeutschland und einigen Regionen in Großbritannien – bekanntes Essen. Die Herkunft des Tellergerichtes sowie der Ursprung des Namens Labskaus ist bisher nicht eindeutig bewiesen worden. Es könnte von der englischen Bezeichnung lout’s course kommen, die wiederum vom umgangssprachlichen lob’s course abgeleitet wurde und „Speise für Flegel“ bedeutet. Eins ist mit Sicherheit bekannt, dass Labskaus ein jahrhundertealtes Seefahrergericht ist und zum ersten Mal 1706 erwähnt wurde.

Das Gericht der Seemänner

Die Geschichte rund um Labskaus ist eher unschön. Viele Seefahrer und Matrosen litten zur Zeit der Segelschifffahrt unter Skorbut, einer durch Vitamin C -Mangel ausgelösten Krankheit, die nach 2-4 Monaten ohne das wichtige Vitamin auftritt. Skorbut führt zu Zahnfleischproblemen und Zahnausfall. Für die Seeleute wurden daher die Nahrungsrationen häufig mundgerecht püriert. Ein weiteres Problem stellte auf hoher See die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln dar. Kartoffeln, eingelegte rote Beete und Gurken, aber ganz besonders gepökeltes Rindfleisch und Zwieback konnten lange transportiert werden, ohne schlecht zu werden und wurden so häufig mitgeführt. Vermutlich war Labskaus für die Seeleute sogar ein Festessen, da die darin enthaltenen Zutaten viele Nährstoffe und Vitamine beinhalteten.

Das Geschmacks-Rezept

Ich habe mich an dem Rezept von meiner Kollegin versucht und ich muss sagen: so ungeschickt habe ich mich gar nicht angestellt und es war wirklich lecker! Der Geschmack ähnelt die des Kartoffelpürees. Es schmeckt nur viel deftiger. Die Rote Beete und die sauren Gurken sind definitiv ein Muss. Zumal sie zum cremigen Püree eine leckere süßsäuerliche Ergänzung sind. Streiten lässt sich über die Beilage Spiegelei oder Rollmops. Ich wähle immer gerne ein Spiegelei dazu.

Zutaten

Das werdet Ihr für eine ordentliche Portion (für 4 Personen) brauchen: 

Labskaus Zutaten
3 Dosen Corned Beef / 2kg Kartoffeln / 3 Zwiebeln / 1 Glas Rote Beete / 1 Glas Gewürzgurken / Eier, nach Bedarf / etwas Butter zum Braten / Salz / Pfeffer / 2 Lorbeerblätter

Hinweis: Alle auf den Fotos dargestellten und verwendeten Produkte sind von mir individuell eingekauft worden. Ich möchte damit keine Marken Produkte hervorheben.

Und so wird’s gemacht: 

Kartoffel schälen und klein schneiden. Zusammen mit den rohen, gewürfelten Zwiebeln und den zwei Lorbeerblättern ca. 20 Minuten kochen lassen. Nach dem Kochen die Lorbeerblätter entfernen und zu einem Brei zerstampfen.

Alles bisher ganz einfach. Rohe Kartoffeln, klein gewürfelte Zwiebeln und Lorbeerblätter werden für 20 Minuten zusammen gekocht. (c) Kim Rothe

Nun das Corned Beef hinzufügen. An dieser Stelle kommt der schwierigste Schritt der Zubereitung – jedenfalls für beef-unkundige Landratten wie ich eine bin: wie öffnet man eine Dose Corned Beef?

Das war nicht ganz so einfach. Beim Corned Beef: den Schlüssel durch die Lasche stecken und die Dose damit aufdrehen. Es passiert oft, dass die Lasche dabei abreißt (siehe links). Dann einfach wütend werden und eine Gartenschere zum Öffnen benutzen. Bitte nicht nachmachen! (c) Kim Rothe

Das Corned Beef klein schneiden und mit den Kartoffelbrei vermengen. Schmeckt das Ganze mit Salz und Pfeffer ab. Falls es euch zu dick geworden ist, dann etwas kaltes Wasser hinzufügen. Vermengt nun etwas Saft aus dem Glas der Rote Beete mit dem Brei. Auch hier: weniger ist mehr.

Lasst euch nicht vom Anblick abschrecken, ihr verpasst sonst was. Augen zu und Mund auf. LECKER! (c) Kim Rothe

Anschließend könnt ihr noch klein geschnittenen Gewürzgurken mit etwas Gurkenwasser hinzufügen. Zwischendurch immer wieder abschmecken! Schmückt nun das fertige Labskaus mit einem Spiegelei oder einem Rollmops, Gewürzgurken und Rote Beete Scheiben.

Und nun die Belohnung: ein leckeres Bild. Labskaus mit Spiegelei, Gewürzgurken und Rote Beete Scheiben. (c) Kim Rothe

Das Geschmacks-Fazit

Ob das Labskaus auf hoher See ein geschmacklicher Volltreffer war, bleibt ungewiss. Aber hier in unserer Hotelküche und umzu führt das Gericht zu Gaumenfreuden. Wenn die Zutaten gut sind und ein Spiegelei sowie ein frischer Rollmops den Geschmack abrunden, schmeckt Labskaus sehr köstlich. Und von dem Anblick sollte sich keiner abschrecken lassen, ihr verpasst sonst was. Ich sitze nun vor meinem leckeren Teller Labskaus und stelle mir eine auf Walt Disney basierende Seemannswelt vor: ein weites Meer, aufgeblähte Segel, kreischende Möwen, ein tosende Meer und kühle Sternennächte. Da kann man schon ins Schwärmen geraten.

Ich wünsche gutes Gelingen und seemännerhaften Appetit!

http://www.hotel-amaris.de und http://www.hotel-adena.de

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