Babyboom: Jungtiere im Zoo am Meer

Unsere Jungtiere im Zoo sind noch so klein, aber schon so niedlich! Katinka und Wanja, unsere Sibirischen Eichhörnchen, Hera und Ares, unsere Asiatischen Zwergotter und Polly und Milan, unsere Polarfüchse, haben in den letzten Wochen alle Nachwuchs bekommen.

Freudige Erwartung

Den Tierpflegerinnen Marina und Katja war schon längere Zeit aufgefallen, dass das Sibirische Eichhörnchen Katinka immer fülliger wurde. Könnte es sein, dass sich da Nachwuchs ankündigt? Unseren beiden Sibirischen Eichhörnchen stehen vier runde Kästen zur Verfügung, die Katinka und Wanja als wetterfesten und windgeschützten Rückzugsort und natürlich als Schlafhäuschen nutzen. Damit es richtig gemütlich wird, polstern sie sich die Kästen eigenständig mit Schafswolle und kleinen weichen Ästen aus und kuscheln sich nachts auch gerne mal dicht aneinander. Für Katinka sind die runden Nester, die auch Kobel genannt werden, außerdem die ideale Geburtshöhle. Nach einer Tragzeit von circa 38 Tagen bringt sie ihre Jungtiere zur Welt.

Zwillinge und wenig Gelassenheit

Als Marina am 10. Mai die Kobel kontrollierte, konnte sie tatsächlich Jungtiere entdecken. Sofort zog sie sich zurück, denn Marina weiß, dass mit jungen Müttern nicht zu spaßen ist. Die Jungtiere sind Katinkas erster Wurf und ihr Verteidigungsverhalten ist entsprechend aggressiv. Das weiß auch Wanja, der Vater der Jungtiere. Weibliche Eichhörnchen ziehen ihre Jungtiere alleine groß. Wanja hat also gerade nicht viel zu melden und hält entsprechend viel Abstand. Wenn sich Katinka doch einmal am Kobel gestört fühlt, oder ihn nicht mehr als sicheren Ort empfindet,  zieht sie mit ihren Jungtieren einfach in einen anderen Kobel um. Dabei werden die Jungtiere eins nach dem anderen im Maul transportiert. Circa acht Wochen werden die Jungtiere von Katinka gesäugt, dann verlassen sie den Kobel und nehmen ihre erste feste Nahrung zu sich. Nach weiteren zwei Monaten, in denen sich Katinka noch liebevoll um die Kleinen kümmert, werden diese selbstständig und trennen sich schließlich von der Mutter.

Katinka zieht mit ihren Jungtieren um
Katinka transportiert ihr Jungtier im Maul [© Ria Trouw]

Routinierte Aufzucht eines Einzelkindes

Das Eheglück zwischen unseren Asiatischen Zwergotter Hera und Ares besteht seit mehreren Jahren. Die beiden haben schon öfter für Familiennachwuchs gesorgt. Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Nach einer Tragzeit von circa 60 Tagen erblickte am 12. Juni ein Jungtier das Licht der Welt. Zur Geburt zog sich unser Weibchen Hera in ihre Schlafhöhle zurück. Normalerweise haben die Besucher jederzeit hautnahe Einblicke in die Schlafhöhlen. Da Zwergotter jedoch während der Jungtieraufzucht sehr störungsanfällig sind, ist der Blick durch die Besucherscheibe nun mit einer Holzplatte versperrt. So können Hera und Ares sich zunächst ganz in Ruhe um ihr Jungtier kümmern. Das ist bei den erfahrenen Tieren schon zur echten Routine geworden. Aber auch unsere Tierpfleger Thomas und Frank helfen, indem sie ausnahmsweise in der Schlafbox füttern. Ein Service, den die Eltern sicher schätzen. Schon diese Woche ist das Kleine aus dem Gröbsten heraus. Thomas und Frank werden den Blick in die Höhle wieder freigeben und dann können auch endlich unsere Besucher den Nachwuchs bewundern.

Nachwuchs bei den Asiatischen Zwergottern
Das Asiatische Zwergotter Weibchen Hera und ihr Jungtier [© Zoo am Meer Bremerhaven]

Liebe auf den ersten Blick

Seit zwölf Jahren gab es im Zoo am Meer keinen Nachwuchs mehr bei den Polarfüchsen. Als dann letzten November das Polarfuchs Männchen Milan aus dem Opel-Zoo Kronberg zu uns in den Zoo  kam, verstand es sich auf Anhieb mit unserem Weibchen Polly. Anfang dieses Jahres konnte dann auch tatsächlich die erste Paarung zwischen den beiden beobachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt trugen Milan und Polly noch ihr wunderschönes weißes Plüschfell. Das Winterfell ist im strengen, eisigen Winter ein guter Kälteschutz und die perfekte Tarnung. Im Frühjahr kommt es zum Fellwechsel und die Polarfüchse tragen ein dünneres, dunkles Sommerfell. Das Sommerfell tarnt sie in der sommerlichen Tundra. Auch die Jungtiere kommen mit dieser dunklen Sommertarnfarbe zur Welt, die ihre Überlebenschance wesentlich erhöht.  

Teamwork

Rechtzeitig vor dem Wurf haben unsere Tierpfleger Frank und Thomas eine Wurfbox für Polly vorbereitet. Am 2. Mai hörte Thomas dann leise Geräusche aus der Wurfbox. Ein kurzer Blick durch die Klappe offenbarte mehrere kleine Füchschen. Seit dem ist bei Polly und Milan Teamwork angesagt. Während Polly ihren Wurf säugt, bewacht Milan seine Familie, um sie gegebenenfalls zu verteidigen. Bei drohender Gefahr würde Polly die Jungtiere sofort in einen anderen Bau schleppen. Verschiedene Ausweichbaue, die auch als Rückzugs-, Schlaf- und Versteckplatz dienen, haben sich die Eltern neben der Wurfbox selber gegraben. Nach circa zwei Wochen nehmen die Kleinen die erste feste, von den Eltern vorverdauter Nahrung, zu sich. Nach circa vier Wochen, Anfang Juni, ist es dann endlich soweit: Die Kleinen verlassen zum ersten Mal die Wurfbox. Seitdem freuen sich auch unsere Besucher, genau zu beobachten, aus welchem Loch plötzlich ein schwarzes Köpfchen schaut.

Der Bau ist eine gute Versteckmöglichkeit
Ein Polarfuchs Jungtier schaut aus dem Bau [© Zoo am Meer Bremerhaven]

Abschied im Herbst

Polly und Milan schleppen zwar weiterhin Futterstückchen in den Bau, mittlerweile sitzen die vier Jungtiere aber auch schon selbst in der Futterschale. Bis die Jungtiere Anfang des kommenden Herbstes gänzlich selbstständig sind, werden sich Polly und Milan weiterhin liebevoll um sie kümmern. Im Herbst heißt es dann Abschied nehmen. Dann verlassen die vier Bremerhaven in Richtung des nördlichsten Zoo Europas; den „Polar Park Norwegen“, der ihr neues Zuhause wird. Bis es soweit ist, genießen wir das Familienglück.

Alt- und Jungtier an der Futterschale
Ein Jungtier untersucht die Futterschale [© Zoo am Meer Bremerhaven]
Leben Zoo am Meer
Zoo Bremerhaven, H.-H.-Meier-Straße, Bremerhaven-Nord, Bremerhaven, 27568, Deutschland Map