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Morgenmacher mit schlauen Lösungen für den Planeten

Menschen, deren Wissen und Tun inspirieren – davon kann man ja nie genug kennenlernen. Im Klimahaus-Podcast GradWandel stelle ich euch sieben neue „Morgenmacher“ vor.

Eine Frau lächelt in die Kamera
16. Apr. 2026
5 min read
Riesige Weltkugel in der Mitte eines Raumes

Ob Kreislaufwirtschaft, Erneuerbare Energien oder Wasserwirtschaft – überall engagieren sich Menschen beruflich, um unseren Planeten lebenswert zu erhalten. Angesichts der immer dramatischer werdenden Erkenntnisse zur Erderwärmung und ihren Folgen eine riesige Herausforderung. Mich beeindruckt, mit welcher Kompetenz, Überzeugung und wahrscheinlich auch einer ganz gehörigen Portion Willen Wissenschaftler:innen, Ingenieur:innen oder Techniker:innen immer wieder neue, schlaue Lösungen finden. Im Podcast GradWandel betiteln wir solche Cleverles deswegen als „Morgenmacher“ und widmen ihnen die neueste – dritte – Staffel, deren Host ich bin. Seit wenigen Tagen ist die erste Folge draußen und ich bin ziemlich aufgeregt – warum, verrate ich weiter unten.

Natur als Vorbild

Frau schau freundlich in die Kamera. Daneben eine Grafik in Form eines Handys
Nora Sophie Griefahn ist Expertin für Kreislaufwirtschaft und zu Gast in der neuen Folge vom Klimahaus-Podcast GradWandel

Im Gespräch mit Nora Sophie Griefahn ist viel über Kreislaufwirtschaft (cradle to cradle – von der Wiege zur Wiege) zu lernen. Ich gestehe – als ich das erste Mal davon las, glaubte ich an eine Utopie. Wie soll das gehen: Cradle to Cradle steht für Produkte, die keine Abfälle hinterlassen, weil alle Materialien in dauerhaften Kreisläufen zirkulieren. Menschliches Wirtschaften nach dem Vorbild der Natur, in der selbst 20 Billiarden Ameisen auf der Welt keinen Müll machen? In der alles, was wächst oder vergeht, wieder Nährstoff für andere Lebewesen ist? Finder ihr nicht auch, dass das WOW! wäre?

Wir sind nur leider davon weggekommen, genau das als selbstverständlich zu sehen.
Nora Sophie Griefahn, Cradle to Cradle NGO

Wichtige Quelle: Umwelt Bundesamt

Allein, dass sich der GreenTech-Atlas – vom Umwelt Bundesamt herausgegeben – ausgiebig mit dem Kreislaufwirtschaft beschäftigt, ließ mich schon mal grundsätzlich an die Seriosität glauben. Dort wird sie zudem als ein wichtiger Schlüssel bezeichnet, damit wir Klimaneutralität im Jahre 2045 erreichen. Das ist ein sogar gesetzlich verankertes Ziel.

Der globale GreenTech-Markt könnte um zusätzliche 30 Prozent wachsen, sollten Klimaziele ambitioniert verfolgt und zirkuläres Wirtschaften umgesetzt werden.
Umwelt Bundesamt

Blick auf ein Wandbild mit Wald und dem Text "Was wäre, wenn wir nicht scheitern?"
Das Klimaziel 2045 klingt ambitioniert – aber was wäre, wenn … (c) Lena Marie Finken

Viele realisierte schlaue Lösungen

Meine Recherchen zu dem Thema glichen einer vorsichtigen, neugierigen Spurensuche, deren Erkenntnisse mich immer mehr begeisterten. Klar setze ich, wie sicher viel von euch, auf Pfandflaschen. Ihr und ich tragen unseren Teil zur Altpapierrücklaufquote von rund 78 Prozent bei und nutzen Plastiktüten spärlich oder immer wieder. Doch ich hatte ja keine Ahnung, was im Bereich cradle to cradle schon alles realisiert wurde: Häuser, die als Materialbanken dienen; Wände, die CO2 speichern; Jeans, die man mieten kann; Kosmetika aus Oliventrester oder Möbel aus dem Möbelmarkt, die zurückgenommen und wiederaufbereitet erneut verkauft werden – und und und. Ich könnte euch viele Beispiele aufzählen. Denn Cradle to Cradle lebt bereits.

Stofftaschen mit dem Aufdruck "Kreis statt Krise" hängen nebeneinander
Die Cradle to Cradle NGO veranstaltet jährlich einen C2C-Congress in Berlin © _Jan Kulke

Eine schlaue Morgenmacherin: Nora Sophie

Expertin Nora Sophie Griefahn widmet seit nunmehr über 13 Jahre ihr Berufsleben der Kreislaufwirtschaft. Nach dem Studium der Umweltwissenschaften gründete sie gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Tim Janßen 2013 die Cradle to Cradle NGO, eine Organisation, die sich für ein grundsätzliches Umdenken in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft starkmacht. Heute leitet sie als geschäftsführende Vorständin ein engagiertes Team von rund 30 Mitarbeitenden in Berlin, unterstützt von rund 1000 Ehrenamtlichen. In Workshops, Konferenzen und Diskussionen vernetzt sie Menschen aus allen Bereichen – und zeigt auch als Rednerin und Impulsgeberin, dass eine kreislauffähige, müllfreie Welt keine Utopie mehr ist.

Meine Aufregung hat Gründe … und findet Lösungen

Ich beichtete es schon: Vom Thema Kreislaufwirtschaft wusste ich zu Beginn meiner Recherche so gar nichts. Das trifft übrigens auch auf das aktuelle GradWandel-Thema zu: Energieeffizienz. Mein Hintergrund ist ein geisteswissenschaftlicher, alles was mit Formeln oder Technik zu tun hat, bringt mich ins Schlucken. Kreislaufwirtschaft hat mich mehr und mehr begeistert, das half beim zunehmenden Verständnis der Sachlage. Energieeffizienz aber bringt mich an meine Grenzen. Dabei ist das Thema so wichtig, denn je mehr wir aus den Rohstoffen herausholen und nicht verschwenden, desto schonender gehen wir mit dem Planeten um, auf und mit dem wir leben. Daher habe ich mir für die zweite Folge einen Kniff überlegt und ausnahmsweise zwei Gäste eingeladen. Carsten Herbert, der als „Energiesparkommissar“ auf Youtube mehr als 130.000 User für das Thema begeistert, erklärt die Möglichkeiten im Wohnbereich. Und mit Michael Müller von der dena (Deutsche Energie-Agentur) schaue ich mir grundsätzlich den Markt der Energieeffizienz an. Die dena ist ein öffentliches Unternehmens des Bundes und setzt sich seit 2000 für Klimaschutz und Energiewende ein. Ab dem 28. April könnt ihr der Folge lauschen.

Mann sitzt auf Coach und lacht in die Kamera
Carsten Herbert, Energieberater, hat sich als „Energiesparkommissar“ via Youtube einen Namen als exzellenter Fachmann gemacht (c) Codula Diebold

Höhepunkt Podcastinterview mit Morgenmacher

Bevor ich für rund 45 Minuten mit den Expert:innen spreche, habe ich also stundenlang im Internet recherchiert, viel gelesen und zahlreiche Podcasts gehört. Ich wünschte, ich würde all das behalten, was ich mir dabei angeeignet habe – ich wäre ein guter Telefonjoker. Hihi.
So aufgeschlaut erarbeite ich mir aber erstmal die Fragen für das Interview. Manche Gäste möchten diese vorher bekommen, andere gehen völlig lässig ins Gespräch. Bei dem wir uns leider nicht sehen: Um die Tonqualität so hoch wie möglich zu halten, wird auf ein Videotelefonat verzichtet und nur die Tonspur aufgenommen. Es ist schon seltsam mit Koryphäen wie Prof. Dr. Achim Kampker – mein Experte für Elektromobilität in der dritten Folge – oder Friederike Otto, der bekanntesten deutschen Klimaforscherin mit internationaler Anerkennung (Folge 3 in der 2. Staffel zu Extremwetter) in einem Tonraum zu sein. Ein Gespräch ohne Gesten, ohne Mimik, ohne Blickkontakt, nur die Stimme im Ohr – ein fast intimer Moment, der aber für die Öffentlichkeit gedacht ist.

Eure Fragen an die Morgenmacher?

Frau sitz auf Stuhl und telefoniert

Mindestens sieben Morgenmacher werde ich kennenlernen und euch vorstellen können. Der Weg zur Veröffentlichung ist in dieser Staffel immer derselbe: von Null Ahnung zu mitreden können. Und genau darum geht es uns bei GradWandel auch: Wenn ihr in Partygesprächen oder mit Kollegen oder Kolleginnen das nächste Mal darüber reden möchtet, wie zum Beispiel kontaminierte Böden gereinigt werden oder welche Ideen es dafür gibt, Schadstoffe in der Luft zu reduzieren, dann möchte euch Folge 4 ab dem 30. Juni Argumentationshilfen liefern. Wie Klimaschutz im Wald und auf dem Feld funktioniert beweist Folge 5 ab dem 29. September. Auf der Klimahaus-Website findet ihr unter https://www.klimahaus-bremerhaven.de/podcast/ die ganze Zeitplanung der Staffel. Übrigens: Auch eure Fragen können im Podcast berücksichtigt werden, schreibt mir einfach an presse@klimahaus-bremerhaven.de. Ich freue mich darauf.

Eine Frau lächelt in die Kamera
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