Als gebürtige Bremerin war die Seestadt schon in meiner Kindheit ein echtes Abenteuerland. Mit Mama, Papa, Oma und Opa ging es regelmäßig auf Entdeckungstour: Schiffe gucken, den Zoo unsicher machen und durch das Deutsche Schifffahrtsmuseum stromern – ich war Feuer und Flamme. Später als junge Erwachsene kamen dann Highlights wie das Klimahaus Bremerhaven und das Deutsche Auswandererhaus dazu. Klar, dass ich nicht lange überlegen musste, als sich mir die Chance bot, bei der Tourismuszentrale Bremerhaven eine Stelle anzutreten. Inzwischen habe ich sogar einen Zweitwohnsitz in der Stadt – und entdecke fast täglich neue Ecken, Geschichten und Geheimtipps. Einer davon: Adi‘s Kajaks.
Videodreh mit dem Kajak
Adi, eigentlich Adrian, lerne ich bei einem kleinen Videodreh im Alten Hafen kennen. Ein waschechter Kajakprofi mit polnischen Wurzeln, viel Know-how und mindestens genauso viel Charme. (seine Ehefrau ist auch sehr sympathisch 😉). Schon nach ein paar Sätzen war klar: Der Typ weiß, was er tut – und Spaß macht das Ganze auch noch! Als dann eine Einladung der Wirtschaftsjunioren zu einer richtigen Kajaktour ins Haus flatterte, war für mich sofort klar: Ich bin dabei! Termine? Abgesagt. Kalender? Freigeräumt.

Am besagten Termin geht es samstags früh los – zu Fuß, ganz entspannt, an die Geeste. Eine Gegend, die ich bis dahin auch noch gar nicht kannte. Die Sonne steht schon hoch, das Wasser glitzert verheißungsvoll, und erste Spaziergängerinnen und Spaziergänger und Radfahrende sind ebenfalls unterwegs. Ich bin ein bisschen zu früh dran, also schnackte ich noch gemütlich mit Adi, während sich langsam der Rest der Truppe einfindet.
Fun im Kajak
Sieben Leute, gute Laune und ein Hauch Abenteuerlust – das ist unser Startpunkt. Bevor es aufs Wasser ging, gibt es eine ausführliche Einweisung: Packsack richtig verschließen, damit Handy und Portemonnaie trocken bleiben. Sonnenschutz nicht vergessen, Wasser mitnehmen – klar. Dann noch die Basics zu Ein- und Ausstieg. Und ganz wichtig: Schwimmweste! Die ist Pflicht, auch im flachen Wasser. Der spezielle Gurt, der zwischen den Beinen durchgezogen wird, sorgt dafür, dass man bei einem eventuellen „Überkopf-Moment“ nicht rausflutscht. Und natürlich gilt wie immer: „Don’t drink and drive“!

Spaßige Paddeltour
Dann wird es ernst – beziehungsweise: richtig spaßig! Wir steigen zu zweit oder allein in die super stabilen Doppelkajaks. Und keine Sorge: Umkippen? Das schafft nur jemand, der es wirklich drauf anlegt. Wir paddeln die Geeste entlang, etwa zweieinhalb Stunden. Nach ein paar Minuten finden mein Paddelpartner und ich unseren Rhythmus– und plötzlich flitzt das Boot richtig los. Zwischendurch erzählt er mir spannende Anekdoten über Bremerhaven – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft inklusive.
Okay, landschaftlich ist die Tour jetzt nicht so abwechslungsreich, aber eine riesige Gänsegruppe lässt sicher jedes Ornithologen-Herz höherschlagen. Gegen Ende wird es sportlich: kräftiger Gegenwind, brennende Arme – aber aufgeben? Keine Option! Nicht mit meinem Ehrgeiz. Umso schöner das Gefühl, als wir das Ziel erreichen und Adi schon mit seinem Kajak-Anhänger bereitstand.


Gemütlich tuckern wir zurück zum Startpunkt – und belohnten uns danach mit einem leckeren Essen im „Wiesengrund“. Ein echter Geheimtipp! Ich kannte das Restaurant noch gar nicht, aber ich habe es sicher nicht zum letzten Mal besucht.
Neue Wasserwege mit dem Kajak erkunden
Erschöpft, aber überglücklich lasse ich den Nachmittag ausklingen – und träume schon von meiner nächsten Kajaktour auf Bremerhavens Wasserwegen. Lune – ich komme!
Der Text stammt von Sonja Riegert.
