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GPS-Abenteuer im Museumshafen

Einmal wieder Kind sein. Wollen wir das nicht alle? Kürzlich hatte ich die Möglichkeit dazu: Im Rahmen der GPS-Tour des Deutschen Schifffahrtsmuseums bin ich auf Schatzsuche durch den Museumshafen gegangen. Kommt ihr mit?!

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14. Sep. 2020
6 min Lesezeit
Am Seemannsarm stehe ich, um die Lösung für die vorgegebene Aufgabe zu finden.

Einmal wieder Kind sein. Wollen wir das nicht alle? Kürzlich hatte ich die Möglichkeit dazu. Mit meiner Kollegin Sabrina und unserem FSJ-ler Benedikt bin ich auf Schatzsuche durch den Museumshafen gegangen. Im Rahmen der GPS-Tour des Deutschen Schifffahrtsmuseums gibt es die Möglichkeit, zum Entdecker zu werden und Hinweise zu suchen. Das habe ich mir nicht nehmen lassen. Kommt ihr mit?!

Der Museumshafen und das Deutsche Schifffahrtsmuseum von Oben mit Blick auf die Weser. Die GPS-Tour führt über das gesamte Gelände.
Der Museumshafen und das Deutsche Schifffahrtsmuseums von oben. © DSM

Schon als Kind bin ich gerne auf Schatzsuche gegangen. Mit meinem Papa habe ich die Wälder bei uns im Dorf erkundet und Fährten gesucht. Unter Stock und Stein habe ich das ein oder andere Mal einen großen Goldtopf vermutet … leider ohne Erfolg.

Einige Jahre später habe ich das Geocaching für mich entdeckt. Bewaffnet mit einem GPS-Gerät, in meinem Fall ein altes Smartphone, habe ich auf einer Online-Plattform Koordinaten bekommen und mich auf den Weg begeben. Immer wieder mal landete ich irgendwo im nirgendwo und das eine oder andere Mal stand ich ratlos auf einer großen Wiese, doch meist führte ein Umdenken doch noch zum Ziel. Ob versteckt in einem großen Eimer, aufwendig verbaut in einer Maschine oder ganz klein in einem Magnet, in einigen Logbüchern dieser Welt steht nun mein Name – und damit meine ich nicht (nur) diesen Blog, sondern kleine, physische Bücher zum Eintragen des eigenen Namens. Klar, dass ich auch in Bremerhaven auf Entdeckungsreise gehen muss.

Das GPS-Abenteuer beginnt

Das Wetter ist gut, doch wäre es anders, würde mich das nicht von meinem Abenteuer abbringen. An der Kasse in der Kogge-Halle bekomme ich auf Nachfrage eine wasserfeste Tasche mit allerlei Equipment: ein Rätsel-Heft zur GPS-Tour, dazu einen Filzumschlag zum Schutz, Bleistift und Radiergummi, eine Codierungsscheibe mit Zahlen und Buchstaben, ein Hafenführer und natürlich ein GPS-Gerät. Ich kann zwischen einer großen und einer kleinen Tour wählen. Während die kleine nur eine Stunde dauert, entscheiden wir uns für das volle Programm: die große Tour soll uns zwei Stunden durch den Alten und Neuen Hafen führen.

Das Equipment für die GPS_Tour.
Dieses Equipment brauchen wir für unsere GPS-Tour. © Mareike Heger

Bevor es losgehen kann, mache ich mich mit der Technik vertraut und schalte das Gerät ein. Das Display flackert auf. Wie in unserem kleinen Begleitheft beschrieben, navigiere ich mich durch das Menü und wähle den Punkt „Koordinaten“ an. Unser erstes Ziel ist genau benannt. Ich bestätige die Zahlenfolge und wähle den Kompass an. Ein kleiner Pfeil weist mir den Weg, eine Anzeige nennt mir die Entfernung und sogar die ungefähre Zeit, die wir bis zum Ziel brauchen, ist angegeben.

Volle Fahrt voraus! Per GPS von Station zu Station

Damit das Gerät unseren Standort genauer bestimmen kann, laufen wir erst einmal einfach los. Der Pfeil dreht sich. Falsche Richtung. Also schnelle Kehrtwende und ab in die andere Richtung. Nach und nach wird die Entfernung zum Ziel kürzer und plötzlich taucht eine kleine Nachricht auf dem GPS-Gerät auf. Wir haben unser Ziel erreicht. Der erste kleine Erfolg. Wir stehen vor einem der vielen Exponate im Außenbereich des Schifffahrtsmuseums und suchen ein Schild mit neuen Koordinaten. Gar nicht so einfach. Von außen muss es sicherlich furchtbar lustig ausgesehen haben, wie wir wie Detektive um das Objekt geschlichen sind.

Mit den neuen GPS-Koordinaten geht es zur ersten Station, wo uns die ersten Rätsel erwarten: Wann wurde das Deutsche Schifffahrtsmuseum eigentlich eröffnet? Wir betrachten alle Objekte in näherer Umgebung, lesen Schautafeln und Exponat-Beschreibungen, bevor wir letztlich einen Blick in den beiliegenden Hafenführer werfen. Aha! Die Lösung ist schnell gefunden und somit auch die nächsten Koordinaten, die uns zu Station zwei bringen. So geht es von hier aus immer weiter auf unserer Route durch den Museumshafen.

Am Seemannsarm stehe ich, um die Lösung für die vorgegebene Aufgabe zu finden.
Zwischen den beiden Gebäudeteilen suche ich nach den Lösungen für die vorgegebenen Aufgaben. © Sabrina Nisius

Bei unseren Lösungen finden wir jedoch nicht nur neue Koordinaten, sondern auch Stück für Stück alle Informationen, die wir für unser Lösungswort am Ende brauchen. Jedes Mal, wenn wir neue Längen- und Breitengrade errechnet haben, geht es voller Elan weiter. „Dann wollen wir mal!“ folgt auf ein „Volle Fahrt voraus!“. Wir haben sichtlich Spaß an der kleinen GPS-Schatzsuche, wechseln uns mit dem Navigieren ab und lösen gemeinschaftlich die verschiedenen Rätsel.

Große Runde durch den Hafen

Zugegeben: als DSM-Mitarbeiterin könnte ich hier und da schummeln, aber es macht einfach viel zu viel Spaß, die kleinen Hinweise zu suchen und zu entdecken, wo der Weg hinführt. An den Museumsschiffen biegen wir plötzlich in eine Richtung ab, mit der ich nun wirklich nicht gerechnet hätte. Aus dem Alten Hafen geht es nun Richtung Neuer Hafen und Deich, von wo aus wir nun sogar noch einen Blick auf die Weser werfen können. Meine dicke Regenjacke verstaue ich derweil in der Tasche und konzentriere mich weiter auf die Rätsel. Die Konzentration treibt mir fast den Schweiß auf die Stirn, die Sonne tut ihr Übriges. Ich fühle mich wie Sherlock Holmes und habe das Gefühl, nur der Hut fehlt, um aus mir einen waschechten Detektiv zu machen. Es geht weiter.

Das GPS-Gerät, mit dem die Tour durchgeführt wird.
Das GPS-Gerät navigiert einen zu den eingegebenen GPS-Koordinaten. © Sabrina Nisius

Über den Deich geht es zurück in Richtung Museum, wo die nächsten Exponate schon warten. Besonders spannend sind die Aufgaben, bei denen wir die Codierungsscheibe benötigen, um sie zu lösen. Schnell wandeln wir Buchstaben in Zahlen und somit in weitere GPS-Koordinaten um. Beim zweiten oder dritten Einsatz dreht Benedikt die Scheibe gekonnt auf die richtige Position und nennt mir die Lösung noch bevor ich ihm die Frage diktieren kann. Die GPS-Tour ist richtige Teamarbeit und ich finde es klasse, wie gut wir uns bei den verschiedenen Stationen ergänzen.

Eine kleine Überraschung zum Schluss der GPS-Tour

Die letzte Station ist noch einmal kniffelig. Anders als bei den anderen Stationen erwartet uns eine kleine Kiste mit einem Zahlenschloss. Natürlich gilt es auch hier, ein Rätsel zu lösen, bevor wir an den Inhalt kommen. Kurz umgesehen, nochmal im Büchlein nachgeschlagen und die Lösung als Code am Schloss eingegeben. Mit leisem Klacken öffnet sich der Bügel. Wir blicken alle in die Kiste, in der sich eine kleine Überraschung befindet. Es ist … natürlich ein Geheimnis! Schließlich sollt ihr die Tour selbst noch mit ebenso viel Spannung und Freude erleben können, wie ich es heute durfte.

Unter der PAUL KOSSEL lösen wir gemeinsam die Rätsel der GPS-Tour.
Gar nicht so einfach, die verschiedenen Aufgaben der GPS-Tour zu lösen, als Team jedoch kein Problem. © Sabrina Nisius

Schnell tragen wir alle Lösungsbuchstaben zusammen und ergänzen das Lösungswort auf der letzten Seite unseres GPS-Heftes. Voller Stolz gehen wir zurück in die Kogge-Halle und geben die Tasche mit dem Zubehör für die GPS-Tour wieder an der Kasse ab. Wir nennen das Lösungswort und dürfen uns eine Kleinigkeit aussuchen. Eine tolle Überraschung und definitiv ein gelungener Abschluss eines wahren GPS-Abenteuers.

[bre_box title=“Informationen“ style=“soft“ box_color=“#002c4c“ radius=“5″]Die GPS-Tour kann in der Sommersaison zwischen 15. März und 15. November kostenfrei gegen Pfand an der Kasse in der Kogge-Halle entliehen werden. Die Tour ist für bis zu fünf Personen geeignet und dauert je nach großer oder kleiner Route eine bzw. zwei Stunden. Sie eignet sich nicht nur für Familien, sondern ebenso für Paare, kleine Gruppen oder Einzelpersonen.[/bre_box]

Mehr zum Museum.

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Mareike Heger

Als Nordkind zieht es mich immerzu ans Wasser: der Wind in den Haaren, das Salz auf der Haut und das Möwengeschrei in den Ohren. Das liebe ich so an Bremerhaven.
Kommunikation Schifffahrtsmuseum

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